Compliance

DSGVO, EU AI Act & Co.: Der Compliance-Guide für Enterprise-KI-Plattformen

Durchschnittliche DSGVO-Strafe: €2,36 Mio. EU AI Act: bis zu 7% des weltweiten Umsatzes. 80% der Mitarbeiter nutzen nicht-genehmigte KI-Tools. Dieser Compliance-Guide zeigt die 15 kritischen Anforderungen für DSGVO und EU AI Act – mit 20-Punkte-Checkliste.

Niklas Coors
Niklas Coors
CEO & Co-Founder
17. Januar 2026
18 Min. Lesezeit

Durchschnittliche DSGVO-Strafe: €2,36 Millionen. EU AI Act: Bußgelder bis zu 7% des weltweiten Jahresumsatzes. TikTok: €530 Millionen Strafe wegen Datentransfer nach China.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Compliance bei KI-Plattformen ist keine Option – sie ist existenziell.

58% der Unternehmen sehen Datenschutz als größtes Hemmnis bei der KI-Einführung. Gleichzeitig nutzen 80% der Mitarbeiter nicht-genehmigte KI-Tools (Shadow AI). Das Ergebnis: unkontrollierte Risiken, potenzielle Datenlecks und drohende Bußgelder.

Dieser Compliance-Guide zeigt Ihnen die 15 kritischen Anforderungen, die Ihre KI-Plattform erfüllen muss – von DSGVO über EU AI Act bis hin zu organisatorischen Maßnahmen. Mit konkreten Handlungsempfehlungen und einer 20-Punkte-Checkliste.

Die regulatorische Realität 2026

€5,65 Mrd. DSGVO-Strafen insgesamt seit 2018 (Stand März 2025)

€1,2 Mrd. Strafen allein im Jahr 2024

7% des weltweiten Umsatzes – maximale Strafe unter EU AI Act (verbotene Praktiken)

80% der Mitarbeiter nutzen nicht-genehmigte KI-Tools

71,6% der GenAI-Nutzung erfolgt über nicht-korporative Accounts

$670.000 durchschnittliche Zusatzkosten pro Shadow-AI-Datenleck

1. Die regulatorische Landschaft 2025/2026

Die Regulierung von KI in Europa hat 2025 einen entscheidenden Wendepunkt erreicht. Neben der etablierten DSGVO ist der EU AI Act nun vollständig in Kraft – mit weitreichenden Konsequenzen für alle Unternehmen, die KI einsetzen.

DSGVO – Die Grundlage (seit 2018)

Die Datenschutz-Grundverordnung bleibt das Fundament. Ihre Kernprinzipien gelten unverändert für alle KI-Systeme:

  • Rechtmäßigkeit (Art. 6): Jede Datenverarbeitung braucht eine Rechtsgrundlage
  • Zweckbindung (Art. 5): Daten nur für festgelegte Zwecke verwenden
  • Datenminimierung (Art. 5): Nur notwendige Daten erheben
  • Transparenz (Art. 13/14): Betroffene über Verarbeitung informieren
  • Automatisierte Entscheidungen (Art. 22): Recht auf menschliche Überprüfung

EU AI Act – Der neue Maßstab (seit August 2024)

Der EU AI Act ergänzt die DSGVO mit KI-spezifischen Anforderungen. Er folgt einem risikobasierten Ansatz:

EU AI Act: Risikokategorien und Pflichten

VERBOTEN Unzulässige KI-Praktiken

Social Scoring, unterschwellige Manipulation, biometrische Echtzeit-Identifikation in öffentlichen Räumen

Strafe: bis zu €35 Mio. oder 7% des weltweiten Umsatzes

Gilt seit: 2. Februar 2025

HOCHRISIKO Hochrisiko-KI-Systeme (Annex III)

KI in kritischer Infrastruktur, Bildung, Beschäftigung, öffentlichen Diensten, Sicherheitskomponenten

Strafe: bis zu €15 Mio. oder 3% des weltweiten Umsatzes

Gilt ab: 2. August 2026

GPAI General-Purpose AI (z.B. LLMs)

Dokumentationspflichten, Transparenz, Copyright-Compliance, bei systemischem Risiko: zusätzliche Tests

Strafe: bis zu €15 Mio. oder 3% des weltweiten Umsatzes

Gilt seit: 2. August 2025

STANDARD Sonstige KI-Systeme

Transparenzpflichten (Kennzeichnung als KI), keine umfassenden Compliance-Anforderungen

Minimale Dokumentationspflichten

Gilt ab: 2. August 2026

Weitere relevante Regulierungen:

  • Data Act (2024): Regelt den Zugang zu und die Nutzung von Daten, insbesondere bei IoT und Cloud-Services
  • NIS2-Richtlinie (seit Oktober 2024): Verschärfte Cybersecurity-Anforderungen für kritische Infrastrukturen
  • DORA (seit Januar 2025): Digital Operational Resilience Act für Finanzsektor

Zeitplan: Was gilt wann?

| Datum | Anforderung | |---|---| | Seit 2018 | DSGVO vollständig anwendbar | | Oktober 2024 | NIS2-Umsetzung in nationales Recht | | Januar 2025 | DORA für Finanzsektor | | 2. Februar 2025 | EU AI Act: Verbotene Praktiken, AI-Literacy | | 2. August 2025 | EU AI Act: GPAI-Anforderungen | | 2. August 2026 | EU AI Act: Hochrisiko-KI vollständig anwendbar | | 2. August 2027 | EU AI Act: KI in regulierten Produkten (Annex I) |

2. Die 15 kritischen Compliance-Anforderungen

Die folgenden 15 Anforderungen sind das Fundament für eine compliant KI-Plattform. Sie decken Datenschutz, Sicherheit, Transparenz, Governance und organisatorische Maßnahmen ab.

Anforderungen #1-3: Datenschutz-Grundlagen

1

Privacy by Design & Default

Datenschutz muss von Anfang an in die Plattform integriert sein – nicht als nachträgliches Feature. Das bedeutet:

  • Minimale Datenerhebung als Standard-Einstellung
  • Automatische Datenlöschung nach definierten Fristen
  • Keine Datenverarbeitung ohne explizite Aktivierung
  • Pseudonymisierung wo möglich

Rechtsgrundlage: Art. 25 DSGVO, Recital 78

2

Datenlokalisierung: EU-Server & Sovereign Cloud

45% der deutschen Unternehmen bevorzugen Datenhaltung in deutschen Rechenzentren. Bei KI-Plattformen ist das besonders kritisch:

  • Serverstandort innerhalb der EU (idealerweise Deutschland)
  • KI-Modelle in EU gehostet (Azure OpenAI EU, AWS Frankfurt, Google Cloud EU)
  • Keine Datenübermittlung in unsichere Drittländer ohne Garantien
  • Sovereign Cloud-Optionen für sensible Branchen

Rechtsgrundlage: Art. 44-49 DSGVO (Drittlandtransfer), Schrems II

3

Datenverarbeitungsvereinbarungen (DPA/AVV)

Jeder KI-Plattform-Anbieter, der personenbezogene Daten verarbeitet, benötigt einen Auftragsverarbeitungsvertrag:

  • AVV nach Art. 28 DSGVO
  • Standardvertragsklauseln (SCCs) bei Drittlandtransfer
  • Sub-Auftragsverarbeiter transparent aufgeführt
  • Technische und organisatorische Maßnahmen (TOMs) dokumentiert

Rechtsgrundlage: Art. 28 DSGVO, Art. 46 (SCCs)

Anforderungen #4-6: Sicherheit

4

Verschlüsselung nach Stand der Technik

Alle Daten müssen sowohl bei der Übertragung als auch bei der Speicherung verschlüsselt sein:

  • TLS 1.3 für alle Datenübertragungen
  • AES-256 für Datenspeicherung
  • Ende-zu-Ende-Verschlüsselung wo möglich
  • Sichere Schlüsselverwaltung (HSM)

Rechtsgrundlage: Art. 32 DSGVO, NIS2

5

Zugriffsmanagement (RBAC, MFA, Audit-Logging)

Wer darf was sehen und tun? Granulares Zugriffsmanagement ist Pflicht:

  • Role-Based Access Control (RBAC) mit Least-Privilege-Prinzip
  • Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) für alle Nutzer
  • Single Sign-On (SSO) Integration (SAML, OAuth, Microsoft Entra ID)
  • Lückenlose Audit-Logs aller Zugriffe und Aktionen

Rechtsgrundlage: Art. 32 DSGVO, Art. 9 EU AI Act

6

Incident Response & 72-Stunden-Meldepflicht

Bei Datenpannen tickt die Uhr – Sie haben nur 72 Stunden:

  • Dokumentierter Incident-Response-Prozess
  • Automatische Breach-Detection
  • Klare Eskalationswege und Verantwortlichkeiten
  • Templates für Behördenmeldungen (Art. 33 DSGVO)
  • Betroffeneninformation (Art. 34 DSGVO)

Rechtsgrundlage: Art. 33-34 DSGVO, NIS2

Anforderungen #7-9: Transparenz & Nachvollziehbarkeit

7

Explainable AI (Erklärbare KI)

KI-Entscheidungen müssen nachvollziehbar sein – besonders bei automatisierten Einzelentscheidungen:

  • Aussagekräftige Informationen über verwendete Logik (Recital 71 DSGVO)
  • Erklärung von Entscheidungsgrundlagen auf Anfrage
  • Besonders kritisch bei Hochrisiko-KI (Art. 14 EU AI Act)
  • Vermeidung von "Black Box"-Modellen in sensiblen Bereichen

Rechtsgrundlage: Art. 13-14, 22 DSGVO, Art. 13-14 EU AI Act

8

Audit-Trails und Dokumentation

Lückenlose Dokumentation ist Pflicht – für interne Audits und Behördenanfragen:

  • Logging aller KI-Interaktionen und Entscheidungen
  • Versionierung von Modellen und Konfigurationen
  • Nachvollziehbare Datenflüsse
  • Mindestens 3 Jahre Aufbewahrung (Art. 12 EU AI Act)

Rechtsgrundlage: Art. 5 Abs. 2 DSGVO (Rechenschaftspflicht), Art. 12 EU AI Act

9

Bias Detection und Fairness

KI-Systeme dürfen nicht diskriminieren – aktive Prüfung ist erforderlich:

  • Regelmäßige Bias-Audits der Modell-Outputs
  • Fairness-Metriken für kritische Anwendungen
  • Diverse Trainingsdaten und Testgruppen
  • Dokumentation von Mitigationsmaßnahmen

Rechtsgrundlage: Art. 10 EU AI Act (Datenqualität), AGG

Anforderungen #10-12: Governance

10

Consent Management

Einwilligungen müssen DSGVO-konform eingeholt und verwaltet werden:

  • Granulare Einwilligungsoptionen (nicht "alles oder nichts")
  • Einfacher Widerruf jederzeit möglich
  • Dokumentation aller Einwilligungen (Nachweis)
  • Separate Einwilligung für KI-Training vs. KI-Nutzung

Rechtsgrundlage: Art. 7 DSGVO

11

Betroffenenrechte gewährleisten

Betroffene haben umfangreiche Rechte – Ihre Plattform muss diese technisch unterstützen:

  • Auskunftsrecht (Art. 15): Was wissen Sie über mich?
  • Berichtigungsrecht (Art. 16): Korrektur falscher Daten
  • Löschungsrecht (Art. 17): "Recht auf Vergessenwerden"
  • Widerspruchsrecht (Art. 21): Keine automatisierten Entscheidungen
  • Datenportabilität (Art. 20): Export in maschinenlesbarem Format

Rechtsgrundlage: Art. 15-22 DSGVO

12

Datenschutz-Folgenabschätzung (DPIA/DSFA)

Bei Hochrisiko-Verarbeitungen ist eine DSFA vor der Einführung Pflicht:

  • Pflicht bei: Profiling, umfangreicher Überwachung, sensiblen Daten
  • KI-Systeme oft betroffen wegen automatisierter Entscheidungen
  • Dokumentation von Risiken und Mitigationsmaßnahmen
  • Konsultation der Aufsichtsbehörde bei hohem Restrisiko

Rechtsgrundlage: Art. 35 DSGVO

Anforderungen #13-15: Organisatorisch

13

Datenschutzbeauftragten einbinden

Der DSB muss frühzeitig in KI-Projekte eingebunden werden:

  • Beratung bei der Plattformauswahl
  • Prüfung der Verträge und TOMs
  • Begleitung der DSFA
  • Anlaufstelle für Betroffenenanfragen

Rechtsgrundlage: Art. 37-39 DSGVO

14

Schulungen und AI Literacy

Der EU AI Act fordert explizit "AI Literacy" – seit Februar 2025 Pflicht:

  • Alle Mitarbeiter mit KI-Zugang müssen geschult sein
  • Verständnis von Möglichkeiten und Grenzen der KI
  • Awareness für Datenschutz und Sicherheit
  • Regelmäßige Auffrischungen (jährlich empfohlen)

Rechtsgrundlage: Art. 4 EU AI Act (AI Literacy)

15

Regelmäßige Audits und Zertifizierungen

Compliance ist kein einmaliges Projekt – kontinuierliche Prüfung ist erforderlich:

  • ISO 27001 (Informationssicherheit)
  • SOC 2 Type II (Sicherheit, Verfügbarkeit, Vertraulichkeit)
  • Interne Audits mindestens jährlich
  • Penetrationstests und Vulnerability Scans

Rechtsgrundlage: Art. 32 DSGVO, Art. 9 EU AI Act

3. Praxisbeispiele: So setzen Unternehmen Compliance um

Die folgenden anonymisierten Beispiele zeigen, wie Unternehmen die Compliance-Anforderungen in der Praxis umsetzen:

Beispiel 1: Zero-Trust-Architektur

Maschinenbau-Unternehmen, 600 Mitarbeiter

Ein Maschinenbau-Unternehmen implementierte eine Zero-Trust-Architektur für seine KI-Plattform: Jeder Zugriff wird verifiziert, unabhängig vom Standort. Ergebnis: Kein einziger unautorisierter Zugriff in 18 Monaten, Bestehen des jährlichen Penetrationstests ohne kritische Findings.

RBAC MFA Micro-Segmentierung

Beispiel 2: EU-Only Modelle

Finanzdienstleister, 1.200 Mitarbeiter

Ein Finanzdienstleister entschied sich für eine KI-Plattform mit ausschließlich EU-gehosteten Modellen: Azure OpenAI (Schweden), Claude 4.5 via AWS Frankfurt, selbst-gehostete Open-Source-Modelle für sensible Daten. Ergebnis: Vollständige DSGVO-Konformität, keine Drittlandtransfer-Probleme, einfachere DSFA.

EU-Server Sovereign Cloud Multi-Model

Beispiel 3: Monatliche Compliance-Audits

E-Commerce-Unternehmen, 350 Mitarbeiter

Ein E-Commerce-Unternehmen führte monatliche Compliance-Audits ein: automatisierte Checks für Zugriffsrechte, manuelle Stichproben für Datenverarbeitung, quartalsweise DSFA-Reviews. Ergebnis: 3 potenzielle Compliance-Verstöße wurden frühzeitig erkannt und behoben, bevor sie zu Problemen wurden.

Continuous Compliance Automatisierte Checks Proaktiv

Beispiel 4: Explainable AI für HR

Personaldienstleister, 800 Mitarbeiter

Ein Personaldienstleister nutzt KI für Bewerber-Matching – ein Hochrisiko-Use-Case. Die Lösung: Explainable AI mit nachvollziehbaren Matching-Gründen, menschliche Überprüfung aller KI-Empfehlungen, regelmäßige Bias-Audits. Ergebnis: Erfolgreiche DSFA, keine Diskriminierungsbeschwerden, höhere Akzeptanz bei Bewerbern.

Hochrisiko-KI Human-in-the-Loop Bias-Audits

4. Die größten Compliance-Risiken

Selbst bei guter Absicht lauern Compliance-Risiken. Die folgenden fünf sind besonders kritisch:

!

Shadow AI: Die unsichtbare Gefahr

80% der Mitarbeiter nutzen nicht-genehmigte KI-Tools. 71,6% der GenAI-Nutzung erfolgt über nicht-korporative Accounts. 57% geben sensible Firmendaten in Free-Tier-Tools ein.

Risiko: Datenleck, Compliance-Verstöße, durchschnittlich $670.000 Zusatzkosten pro Vorfall

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Fehlende DPAs bei US-Clouds

Viele Unternehmen nutzen US-basierte KI-Tools ohne ausreichende Vertragsgrundlagen. Nach Schrems II sind Standardvertragsklauseln allein oft nicht ausreichend – zusätzliche Maßnahmen erforderlich.

Risiko: DSGVO-Verstoß, Bußgelder, Unterlassungsverfügungen

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Black-Box-Modelle ohne Erklärbarkeit

Bei automatisierten Entscheidungen (Art. 22 DSGVO) und Hochrisiko-KI (EU AI Act) ist Erklärbarkeit Pflicht. Viele Standardmodelle bieten das nicht.

Risiko: Verletzung von Betroffenenrechten, EU AI Act-Verstöße

!

Unzureichende Incident-Response

Die 72-Stunden-Frist für Datenpannenmeldungen ist knapp. Ohne dokumentierten Prozess und klare Verantwortlichkeiten wird sie oft verpasst.

Risiko: Zusätzliche Bußgelder wegen verspäteter Meldung, Reputationsschaden

!

Fehlende Dokumentation

Die DSGVO verlangt Rechenschaftspflicht (Art. 5 Abs. 2): Sie müssen nachweisen können, dass Sie compliant sind. Der EU AI Act verschärft die Dokumentationspflichten weiter.

Risiko: Beweislastumkehr zu Ihren Ungunsten bei Prüfungen

5. Checkliste: Ist Ihre KI-Plattform compliant?

Nutzen Sie diese 20-Punkte-Checkliste, um den Compliance-Status Ihrer KI-Plattform zu bewerten. Jeder Punkt sollte mit "Ja" beantwortet werden können.

20-Punkte-Compliance-Checkliste: DSGVO & EU AI Act

A Datenschutz-Grundlagen

B Sicherheit

C Transparenz & Nachvollziehbarkeit

D Governance & Betroffenenrechte

E Organisatorisch

Auswertung

18-20 Punkte

Sehr gut vorbereitet

12-17 Punkte

Nachbesserung nötig

Unter 12 Punkte

Dringender Handlungsbedarf

Glossar: Wichtige Begriffe

AVV/DPA

Auftragsverarbeitungsvertrag – regelt die Datenverarbeitung zwischen Verantwortlichem und Auftragsverarbeiter (Art. 28 DSGVO)

SCCs

Standard Contractual Clauses – EU-Standardvertragsklauseln für Drittlandtransfers (Art. 46 DSGVO)

DSFA/DPIA

Datenschutz-Folgenabschätzung – Pflicht bei Hochrisiko-Verarbeitungen (Art. 35 DSGVO)

GPAI

General-Purpose AI – Allzweck-KI-Modelle wie LLMs (EU AI Act)

RBAC

Role-Based Access Control – rollenbasierte Zugriffskontrolle

TOMs

Technische und Organisatorische Maßnahmen – Sicherheitsmaßnahmen (Art. 32 DSGVO)

Shadow AI

Unautorisierte Nutzung von KI-Tools ohne Genehmigung der IT

Sovereign Cloud

Cloud-Infrastruktur unter nationaler Kontrolle, oft für sensible Daten

Fazit: Compliance ist ein kontinuierlicher Prozess

Die regulatorischen Anforderungen an KI-Plattformen sind umfangreich – DSGVO, EU AI Act, NIS2, DORA. Aber sie sind auch nachvollziehbar und umsetzbar.

Die wichtigsten Erkenntnisse:

  1. Compliance ist kein einmaliges Projekt – es erfordert kontinuierliche Aufmerksamkeit, regelmäßige Audits und Anpassungen
  2. Die größten Risiken sind organisatorisch – Shadow AI, fehlende Schulungen, unklare Verantwortlichkeiten
  3. Der EU AI Act verschärft die Anforderungen ab August 2026 – jetzt ist die Zeit, sich vorzubereiten
  4. Compliance kann ein Wettbewerbsvorteil sein – Kunden und Partner schätzen nachweisbare Sicherheit

Unsere Empfehlung:

  • Führen Sie einen Compliance-Check durch, bevor Sie eine KI-Plattform auswählen
  • Nutzen Sie die 20-Punkte-Checkliste aus diesem Artikel
  • Binden Sie DSB, IT und Management frühzeitig ein
  • Planen Sie regelmäßige Reviews und Updates ein

Die Unternehmen, die Compliance als Chance statt als Last sehen, werden langfristig erfolgreich sein – mit zufriedenen Kunden, sicheren Daten und ohne Bußgeldbescheide.

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