Das Wichtigste in Kürze
- Mandantenfähigkeit heißt, dass eine Plattform mehrere Kunden getrennt voneinander bedient: eigene Daten, eigene Nutzer, eigene Konfiguration. Wie streng getrennt wird, entscheidet die Architektur.
- Drei Muster sind üblich: gemeinsame Infrastruktur für alle Kunden, gemischte Formen und dedizierte Ressourcen je Kunde. Amazon Web Services beschreibt sie in der SaaS-Lens als Pool-, Bridge- und Silo-Modell.
- Bei Plotdesk erhält jeder Kunde eine dedizierte Instanz in der Plotdesk Cloud in der EU, in einer Private Cloud oder im eigenen Tenant. Es gibt keine gemeinsame Datenbank mehrerer Endkunden.
- Betrieb heißt Verwaltung: Rollen und Rechte je Kunde, Modell- und Kostensteuerung je Team, ein AVV je Kunde und ein geregelter Weg für Updates, Störungen und Offboarding.
- Als Auftragsverarbeiter führen Sie ein Verzeichnis Ihrer Verarbeitungstätigkeiten (Art. 30 Abs. 2 DSGVO) und melden Datenschutzverletzungen unverzüglich an Ihren Kunden (Art. 33 Abs. 2 DSGVO). Stand: September 2026; keine Rechtsberatung.
Wer als Agentur, Systemhaus oder Beratung mehrere Kunden auf einer KI-Plattform betreut, steht vor einer anderen Aufgabe als ein Unternehmen mit einer einzigen Installation. Eine Multi-Tenant-KI-Plattform muss Daten, Zugänge, Modelle und Kosten je Kunde sauber trennen und trotzdem beherrschbar bleiben, wenn aus drei Kunden fünfzehn werden.
Dieser Beitrag zeigt, welche Trennungsmodelle es gibt, wie Plotdesk Mandanten trennt, welche Rollen und Rechte Sie brauchen, wie Sie Modelle und Kosten je Kunde steuern und welche Betriebsprozesse im eigenen Haus entstehen. Wenn Sie zusätzlich unter eigener Marke auftreten wollen, gehört der Beitrag zur White-Label-KI-Plattform dazu; das Geschäftsmodell dahinter behandelt der Beitrag KI-Reseller werden.
Was heißt Mandantenfähigkeit bei einer KI-Plattform?
Mandantenfähigkeit, englisch Multi-Tenancy, bedeutet, dass eine Software mehrere Kunden als getrennte Mandanten führt. Jeder Mandant hat eigene Daten, eigene Nutzer und eine eigene Konfiguration, oft auch ein eigenes Erscheinungsbild.
Der entscheidende Unterschied liegt darunter, in der Frage, welche Ressourcen sich Mandanten teilen. Amazon Web Services unterscheidet dafür in seiner SaaS-Lens drei Muster: Im Silo-Modell bekommt jeder Mandant dedizierte Ressourcen, im Pool-Modell teilen sich die Mandanten die Infrastruktur, das Bridge-Modell mischt beides. Für KI-Plattformen kommt eine vierte Ebene hinzu, die es bei klassischer Software nicht gab: Modelle, Wissensspeicher und Protokolle, in denen Inhalte der Kunden auftauchen.
| Modell | Trennung | Stärken | Grenzen |
|---|---|---|---|
| Geteilte Infrastruktur (Pool) | Eine Umgebung für alle, Trennung über eine Mandantenkennung in der Anwendung | Günstig im Betrieb, schnelle Bereitstellung, ein Update für alle | Eine Fehlkonfiguration wirkt auf alle Mandanten; Datenstandort und Modelle lassen sich kaum je Kunde wählen |
| Gemischt (Bridge) | Anwendung geteilt, Datenhaltung je Kunde getrennt | Kompromiss aus Aufwand und Trennung | Zwei Betriebsmodelle nebeneinander, Prüfungen werden aufwendiger |
| Dedizierte Instanz (Silo) | Eigene Umgebung und eigene Datenhaltung je Kunde | Stärkste Trennung, Betriebsmodell und Datenstandort je Kunde wählbar, klare Auskunft in Prüfungen | Mehr Betriebsaufwand je Kunde, Updates müssen je Instanz geplant werden |
Wie trennt Plotdesk die Daten mehrerer Kunden?
Plotdesk arbeitet nach dem Silo-Muster: Jeder Kunde erhält eine dedizierte Instanz, betrieben als Plotdesk Cloud in der EU, als Private Cloud oder im eigenen Tenant des Kunden, etwa in Azure. Erreichbar ist sie unter einer eigenen Subdomain wie ki.ihr-unternehmen.de.
Innerhalb einer Instanz bildet die Plattform die Organisation des Kunden ab: Teams in bis zu drei Ebenen, Rollen, Berechtigungen und Mandanten mit eigenem Branding. Für Partner heißt das zweierlei. Erstens ist die Trennung zwischen Ihren Kunden keine Konfigurationsfrage, sondern liegt in getrennten Instanzen. Zweitens verschiebt sich Ihre Arbeit von der Frage, ob Daten sauber getrennt sind, zur Frage, wie Sie mehrere Umgebungen ordentlich verwalten. Genau darum geht es im Rest dieses Beitrags. Welches Betriebsmodell wann passt, vergleicht der Beitrag zu On-Premise und Cloud beim KI-Hosting.
Welche Rollen und Rechte brauchen Sie je Kunde?
Die Grundregel lautet: personengebundene Zugänge, so wenige Rechte wie nötig und je Kunde getrennt vergeben. Geteilte Administratorkonten sind der häufigste Fund in Prüfungen und der schnellste Weg, Vertrauen zu verlieren.
Plotdesk bringt dafür Einmalanmeldung über Identitätsanbieter wie Microsoft Entra ID mit, dazu Rollen, mehr als 40 Berechtigungen, verschlüsselt hinterlegte Zugangsdaten und Audit-Logs. Praktisch bewährt haben sich vier Regeln:
- Für jede Person bei Ihnen ein eigener Zugang je Kundeninstanz, dokumentiert im Kundenverzeichnis.
- Administrationsrechte nur für die Personen, die den Kunden tatsächlich betreuen, und nur so lange wie nötig.
- Ein fester Ablauf für Ein- und Austritte in Ihrem Team, damit Zugänge nicht überleben.
- Getrennte Rollen für Konfiguration und Auswertung, damit Auswertungsrechte nicht automatisch mitwandern.
Ein Punkt verdient besondere Aufmerksamkeit: Nutzungsanalysen in KI-Plattformen zeigen je nach Konfiguration auch Auswertungen einzelner Personen, nicht nur Summen je Team. Klären Sie mit dem Kunden vorab, wer welche Auswertungen sehen darf, und halten Sie das fest. In mitbestimmten Betrieben gehört das Thema an den Betriebsrat, siehe den Beitrag zu Mitbestimmung bei der KI-Einführung. Wie Sie Anmeldung und Rechte technisch sauber aufsetzen, beschreibt der Beitrag zu Single Sign-On für KI-Plattformen.
Wie steuern Sie Modelle und Kosten je Kunde?
Je Kunde gilt eine eigene Modellfreigabe und ein eigener Kostenrahmen. Beides sollte am Anfang festgelegt und danach regelmäßig überprüft werden, sonst wächst der Verbrauch schneller als der Nutzen.
In Plotdesk stehen mehr als 100 Modellvarianten aus zehn Provider-Typen zur Verfügung, die pro Team freigegeben werden. Dazu kommen Kosten- und Nutzungsanalysen sowie eine Modell- und Kostensteuerung je Team oder Bereich. Für die Betreuung mehrerer Kunden bedeutet das drei wiederkehrende Aufgaben:
- Freigabe festlegen: Welche Modelle darf welches Team nutzen? Anforderungen an Datenschutz, Sprache und Aufgabentyp entscheiden, nicht der Modellname des Monats.
- Verbrauch beobachten: Monatlicher Blick auf Nutzung und Kosten je Bereich, mit einer kurzen Notiz an den Kunden, wenn sich etwas deutlich verschiebt.
- Nachsteuern: Aufgaben auf kleinere Modelle umstellen, Vorlagen schärfen, selten genutzte Freigaben zurücknehmen.
Wie sich Kosten systematisch kontrollieren lassen, beschreibt der Beitrag zu FinOps für KI. Warum mehrere Modelle nebeneinander sinnvoll sind, ordnet der Beitrag zur Multi-Modell-Strategie ein.
Wie läuft das Onboarding eines neuen Kunden ab?
Ein neuer Kunde ist nicht mit einem angelegten Zugang startklar. Planen Sie einen geordneten Ablauf von der Auswahl des Betriebsmodells bis zum ersten Anwendungsfall, der im Alltag läuft.
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01
Betriebsmodell und Verträge klären
Plotdesk Cloud in der EU, Private Cloud oder eigener Tenant des Kunden? Parallel dazu Auftragsverarbeitungsvertrag, Verarbeitungsorte und die Liste der beteiligten Unterauftragsverarbeiter abstimmen.
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02
Instanz einrichten
Subdomain, Einmalanmeldung über den Identitätsanbieter des Kunden, Teams und Rollen anlegen, Berechtigungen vergeben, Administrationszugänge personengebunden einrichten.
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03
Modelle und Kostenrahmen festlegen
Freigaben je Team setzen, Kostensteuerung je Bereich vereinbaren und dokumentieren, wer Auswertungen sehen darf.
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04
Wissen und Systeme anbinden
Wissensspeicher, Dokumente und, wo nötig, Fachsysteme anbinden. Für ERP, Fileserver, Ticketsysteme und Altsysteme steht dafür Plotdesk Connect bereit.
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05
Ersten Anwendungsfall produktiv setzen
Einen Anwendungsfall mit klarem Nutzen auswählen, umsetzen, messen und die betroffenen Teams schulen. Plotdesk nennt als Richtwert rund vier Wochen bis zum ersten Ergebnis im Betrieb.
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06
Übergabe in den Betrieb
Ansprechpartner, Support-Wege, Wartungsfenster und einen festen Termin für den Rückblick vereinbaren. Erst damit ist der Kunde im Betrieb angekommen.
Wer kümmert sich um Updates und Betrieb?
In der Plotdesk Cloud betreibt Plotdesk die Instanz und spielt Updates ein. Läuft die Instanz in einer Private Cloud oder im Tenant des Kunden, wird die Aufgabenteilung zwischen Kunde, Partner und Plotdesk vorab festgelegt, vom Zugriff bis zum Wartungsfenster.
Für Sie als Partner bleibt in jedem Fall die Kommunikation. Kunden merken Änderungen an der Oberfläche sofort und fragen bei Ihnen nach. Zwei Gewohnheiten helfen: neue Funktionen vor dem Kundentermin selbst ansehen und eine kurze, gleichbleibende Nachricht an alle betreuten Kunden, wenn sich etwas Sichtbares ändert. Partner erhalten dafür Produktschulungen zu neuen Funktionen; ab der Expert-Stufe kommt früher Zugang zu neuen Funktionen dazu.
Was verlangt die Auftragsverarbeitung von Ihnen?
Sobald Sie im Auftrag eines Kunden personenbezogene Daten verarbeiten, etwa weil Sie dessen Instanz administrieren, sind Sie sein Auftragsverarbeiter. Damit gelten Pflichten, die unabhängig von der Plattform bestehen.
- Vertrag je Kunde: ein Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO, der Gegenstand, Dauer, Datenarten und Ihre Pflichten beschreibt. Welche Klauseln hineingehören, zeigt der Beitrag zum Auftragsverarbeitungsvertrag für KI-Dienste.
- Unterauftragsverarbeiter: Plattformanbieter, Hosting und Modellanbieter brauchen die Genehmigung des Kunden und dieselben Pflichten; Änderungen müssen Sie ankündigen. Die Kette unter eigener Marke erklärt der Beitrag zur White-Label-KI-Plattform.
- Verzeichnis: Als Auftragsverarbeiter führen Sie ein Verzeichnis aller Kategorien von Verarbeitungstätigkeiten, die Sie für Ihre Kunden ausführen (Art. 30 Abs. 2 DSGVO).
- Vorfälle: Datenschutzverletzungen melden Sie Ihrem Kunden unverzüglich, damit er seine eigenen Fristen einhalten kann (Art. 33 Abs. 2 DSGVO).
- Ende der Zusammenarbeit: Nach Abschluss der Leistung werden Daten nach Wahl des Kunden gelöscht oder zurückgegeben, Kopien eingeschlossen (Art. 28 Abs. 3 Buchstabe g DSGVO).
Stand: September 2026. Die Einordnung beschreibt die allgemeine Rechtslage und ersetzt keine Prüfung Ihrer Verträge im Einzelfall.
Welche Betriebsprozesse brauchen Sie im eigenen Haus?
Ab etwa fünf betreuten Kunden entscheidet weniger die Plattform als Ihre eigene Ordnung darüber, ob die Betreuung trägt. Sechs Prozesse reichen für den Anfang.
Sechs Prozesse für die Betreuung mehrerer Kunden
- Kundenverzeichnis: je Kunde Instanz, Betriebsmodell, Ansprechpartner, Vertragsstand und Verlängerungstermin.
- Zugriffsverwaltung: personengebundene Zugänge, geregelte Vergabe und ein fester Entzug bei Austritten.
- Änderungskommunikation: eine Nachricht an alle betreuten Kunden, wenn sich Sichtbares ändert.
- Support-Weg: definierte Erstreaktion bei Ihnen, klarer Eskalationsweg zum Plattformanbieter.
- Rückblick je Kunde: Nutzung, Kosten, offene Anwendungsfälle und Zufriedenheit in einem festen Turnus.
- Offboarding: Export, Löschung, Zugangsentzug und Dokumentation, bevor die Instanz abgeschaltet wird.
Wie Plotdesk Partner bei mehreren Kunden unterstützt
Plotdesk verbindet eine KI-Plattform mit einem Umsetzungsteam für den Mittelstand. Für Partner ist das der Unterschied zur reinen Lizenz: Bei Anwendungsfällen, die über die Standardfunktionen hinausgehen, arbeiten AI Solutions Engineers von Plotdesk mit, während Sie den Kunden führen.
Die Arbeitsteilung folgt den vier Schritten KI-Potenzialanalyse, Proof of Value, produktive Lösung und systematischer Ausbau. Für die Umsetzung stehen Canvas für Anwendungen auf den Daten des Kunden, Studio für agentische Abläufe und Plugins für eigene Prozessoberflächen bereit, dazu 1.200+ Use Cases in 15 Branchen als Fundus für die Auswahl. Partner bekommen ein kostenloses Plotdesk-Portal für das eigene Team, ein Partner-Dashboard mit Deals, Kunden und Provisionen sowie ein Onboarding über fünf Wochen mit Zertifizierung. Stand: September 2026, Quelle ist die Plotdesk-Partnerseite.
Häufige Fragen zur Betreuung mehrerer Kunden
Teilen sich meine Kunden bei Plotdesk eine Datenbank?
Brauche ich einen eigenen Auftragsverarbeitungsvertrag mit jedem Kunden?
Wie viele Kunden kann ein kleines Team betreuen?
Kann ich Konfigurationen von einem Kunden auf den nächsten übertragen?
Wer sieht die Nutzungsdaten meiner Kunden?
Fazit: Trennung ist Architektur, Betreuung ist Prozess
Die Mandantentrennung entscheidet sich in der Architektur der Plattform. Eine dedizierte Instanz je Kunde nimmt Ihnen die schwierigste Frage ab, ob Daten wirklich getrennt sind, und gibt Ihnen die Wahl von Betriebsmodell und Datenstandort je Kunde.
Alles Weitere ist Ihre Arbeit: Zugänge, Modellfreigaben, Kostenrahmen, Auftragsverarbeitung, Änderungskommunikation und ein geordnetes Offboarding. Wer diese sechs Prozesse einmal sauber aufsetzt, kann Kunden hinzunehmen, ohne dass die Betreuung unübersichtlich wird.